Trainingslager 2000 A-Latein

Endlich einmal pünktlich angekommen! Dachte ich! Leider brauchte ich die Zeit auch! Unsere Beamten sind halt auf Zack! Diesmal ist es aber ernst gemeint, da es diesmal ein österreichischer Kamerad war, der für eine gewisse Ernüchterung sorgte. Gleich bei der Ankunft empfing uns unsere Gastgeberin mit der Hiobsbotschaft, dass die Halle, in der wir das ganze Wochenende trainieren wollten, zufällig das ganze Wochenende doch besetzt sein sollte. Das ganze ist ihm natürlich auch erst in der Trainingslagerwoche eingefallen.

Doch, es wurde kurzfristig ebenbürtiger Ersatz gefunden, leider erst ab Samstag. So musste am Freitag Abend bei einsetzendem Schneeregen in einer seit drei Jahren leerstehenden Turnhalle trainiert werden. Die Innentemperatur dieser Halle unterschied sich nur geringfügig von der Außentemperatur und der Boden war an einer Stelle schon beträchtlich abgesunken und sah sehr durchbruchgefährdet aus. Aber - was solls dachte ich mir: dann will wenigstens keiner eine Pause machen und wir können gleich voll loslegen. Tatsächlich gelang es unter den schwierigen Bedingungen ein gutes Training aufzuziehen und die schon angelaufenen Scheiben erwiesen sich als hervorragende Spiegel, in denen wir Fortschritte unserer Samba Bewegungen überprüfen konnten. Alle waren sich einig, dass das einzige, was zu unserem Glück noch fehlte, eine Badewanne voller Glühwein war. OK, und vielleicht noch funktionierende sanitäre Anlagen.

Glücklich in eine uns bis dato unbekannten Unterkunft zurückgekehrt (bisher logierten wir in einem anderen Jugendgästehaus in Eben) konnte mit dem Aufwärmen begonnen werden was angesichts reichlich vorhandenen warmen Tees (mit Rum) auch schnell gelang. Dadurch und durch die Aussicht, am nächsten Tag eine andere (beheizte!) Halle zu bekommen, die unsere Gastgeberin in langen Telefonaten netter weise am Freitag Abend ausfindig gemacht hatte, war der Einstieg in eine lustige und lange Abendunterhaltung gegeben.

Am nächsten Tag wurden wir dann geradezu verwöhnt von unserer neuen Trainingsstätte. Groß, geräumig, BEHEIZT, sogar mit Duschen versehen und eine riesige Turnhalle mit neuem Holzboden. So ging es gleich da weiter, wo wir beim Training am Vorabend bei ca. 20° weniger aufgehört hatten. Thema des ganzen Trainingslagers waren die Führung und der Körperschwerpunkt beim Tanzen. Besonders eingegangen wurde auf die Figuren des A-Teams Latein, da die komplett anwesende Formation die gesamten Teilnehmer stellte. Die Grundtechniken der Führung wurden auf den Paso Doble erweitert und eine kleine Folge einstudiert.

Die Mittagspause begann mit der Suche nach dem zu schnell entfleuchten Trainerauto nebst Trainer, der dann mit seinen Mitfahrern in einem Restaurant -nach erheblicher Umsatzsteigerung der deutschen und österreichischen Mobilfunkbetreiber - wieder aufgefunden wurde. Wie immer speisten wir in unserem pongau'schen Lieblingsrestaurant mit hervorrangender einheimischen Küche und ausgezeichnetem Service. Gestärkt ging es nach der Mittagspause an die Rumba.

Immer wieder vollzogene Sprünge zwischen den Tänzen verdeutlichten, wie die vermittelten Themen das Tanzen von Grund auf verändern und verbessern. Die vielbestaunten hochklassigen Paare im Fernsehen und auf Turnieren), die oft mit Bemerkungen wie "man sind die schnell" bedacht werden schaffen es nur aufgrund einer guten Körperspannung und vor allem dem gezielten Einsatz des Körperschwerpunkes, Figuren in atemberaubendem Tempo zu tanzen. Ähnliche Ansätze waren an diesem Nachmittag auch bei den Teilnehmern dieses Trainingslagers zu erkennen. Am späten Samstag Abend wurde dann auf die Lieblingsrumba der Latein Formation eingegangen. Favourite deswegen, weil sie eines der schwierigsten Elemente der Choreographie, die Lankenaus enthält. Lankenau ist eine Drehfigur, bei der es zum einen auf die präzise Führung durch den Herren und zum anderen auf ein besonders gutes Gleichgewichtsgefühl der Dame sowie einen guten Stand nebst Körperspannung ankommt. Hiermit wurde an diesem Abend das Training beendet.

Jedoch musste ich festellen, dass eine geheizte Halle doch nicht nur Vorteile hat. Anscheinend war sie zu warm - wie sonst sollte man es sich erklären, das um Mitternacht (!) bei ca. 5° Außentemperatur (!) vier Jungen des Latein Teams in Badehosen (!) vor dem Haus antraten, um totesmutig in den ungeheizten (!), im Lichtkegel eines Aussenscheinwerfers liegenden Außenpool zu stürzen (!!!). Dieser stand in seiner Temperatur der Außentemperatur in nichts nach, wodurch dieses Bad auch ein sehr kurzes blieb. Anzumerken sei, dass Daniel, Manuel, Felix und Philip keinerlei Wette oder Trinkspiel verloren hatten, sondern sich aus freiem Willen diese "Erfrischung" verpassten.

Dennoch ging das Latein Team vollständig am Sonntag morgen die letzte Trainingseinheit an in der es galt, die erlernten Inhalte über Führung und Stand quer durch alle fünf Latein Tänze anzuwenden. Dementsprechend oft wurden der Tanz und Partner gewechselt. Schließlich beendete Trainer Volkmar Heinz gegen Mittag die Unterichtseinheiten und von allen Seiten war vollste Zufriedenheit über Verlauf, Inhalt und Stimmung im Team zu hören, sodass an mich auch schon die ersten Anfragen nach dem nächsten Trainigslager gerichtet wurden. Mal sehen, was sich machen lässt...

Oliver Mandetzky, Öffentlichkeitsarbeit + Formationssprecher Latein
Manuel Staebel, Internetredaktion