Silvesterausflügler in Bergnot

Am erlebnisreichen Silvesterausflug vom 31.12.00 bis 02.01.01 nach St. Johann/Alpendorf im Pongau/Österreich nahmen viele Mitglieder der Formationsteams teil. Die Aktivitäten reichten von Skifahren, Hallenbad-/Saunabesuch, Schlittenfahren auf Skipisten (!!) bis zu einem Berghüttenabend. Aber man war auch regelmäßig damit beschäftigt das Essen der Jugendherberge zu verpassen! Einige Ausflügler schafften dies ganze 3mal! Für das Skifahrer-Team, welches nur aus Herren bestand, war das Haupterlebnis dieses Ausfluges die Skifahrt am ersten Tag. Am Ende der Skitages wollte man die Skifahrt mit einer wunderbaren Tiefschneepiste ausklingen lassen. Leider war am Ende der Piste kein Lift oder ein anderes Anzeichen einer Zivilisation mehr. Für die Tiefschneehelden hieß es nun eine Schneewanderung in Skischuhen mit geschulterten Skiern um den halben Berg zu bewältigen. Von der Erwartung auf einen dampfenden Glühwein vorangetrieben, erreichte man nach zweistündiger Wanderung im Halbdunklen endlich wieder die Skipiste und beschloss den Skitag mit einer Nachtabfahrt zur Jugendherberge.

Durch die ausgiebigen Duschgewohnheiten einiger Damen (und selbstverständlich der Herren) musste auf der Abendessen in der Herberge verzichtet werden und es ging nach einer Schneekettenmontage nach St. Johann auf Verpflegungssuche. Dies war in Anbetracht des 31.12. nicht einfach, jedoch gelang es uns noch nach beharrlichem Bitten den Kellner eines gemütlich Gasthofes zu überzeugen, uns 2 Tische zu organisieren.

Den Silvesterabend selber verbrachten wir - wegen der eisigen Kälte - in der Jugendherberge und begaben uns nur für eine halbe Stunde zum Jahreswechsel (reichlich mit Sekt, Raketen, anderen Böllern und natürlich guter Stimmung bewaffnet) nach draussen. Dieser mutige Schritt wurde mit einem beeindruckenden Feuerwerk belohnt, das St. Johann in ein Leuchten verwandelte und von uns auch noch durch die stark erhöhte Lage der Herberge aus Berg-Perspektive bewundert werden durfte. Nachdem auch in unserem Zimmer das Feiern irgendwann eingestellt wurde, pilgerte dennoch eine hochmotivierte Gruppe auf der seeeeehr eisig-rutschigen Strasse nach Alpendorf - eine kleine Après-Ski-Bar wurde noch aufgesucht, doch das Durchhaltevermögen war sichtlich durch den anstrengenden Tag getrübt.

Für die meisten ohne Frühstück (Uhrzeit wurde mehrheitlich als unzumutbar eingestuft) gings gegen Mittag einheitlich in das Erlebnisbad in Wagrein. Nach mehr oder weniger kurzem Aufenthalt im Badebereich (in kaltem Wasser) gings in den Saunabereich, der rundum Begeisterung fand. 2 Saunagänge in der "Zeltsauna" (jeweils mit frischem - äusserst professionellem und amüsanten - Aufguss) und diverse Dampfbad, Eisbecken und Kräuterduftkammer-Besuche halfen allen, die Strapazen des vorigen Tages herauszuschwitzen.

Diesen Abend fand sich das Silvester-Team das erste Mal geschlossen zum Abendessen in der Herberge ein. Nach dem Essen wurde wieder im Zimmer gefeiert. Als die Stimmung auf dem Höhepunkt war, zogen wir in die neben der Jugendherberge gelegene "Yeti-Hütte" um, diese machte ihrem Namen wirklich alle Ehre, denn mit Kaminfeuer, romantischer Holzbalkenarchitektur und klassischer Jukebox konnte sie kaum an Urigkeit übertroffen werden.

Der folgende Morgen war wieder von einer ausgesprochenen Hektik geprägt, da das Zimmer bis 10 Uhr geräumt sein sollte. Wir fuhren nach St. Johann und mieteten dort Rodel, nachdem wir in der Sonne neben einer kleinen Skibar von dem in Thermoskannen mitgenommenen Glühwein gekostet hatten. Das Rodeln begann mit einer kamikazehaften Pistenabfahrt, für die das Fahrwerk und vor allem die Bremsanlage (die Mitfahrer) der Schlitten nicht ausgelegt waren. Dennoch kamen alle - wenn auch durchfroren und durchnässt - wieder am Sessellift unten an und Runde zwei konnte angetreten werden. Diesmal wurde die offizielle Rodelabfahrt gewählt, welche sich als sehr ansprechend erwiess, sodass sich das Rodelvergnügen (mit allen Höhen und Tiefen bzw. mit allen Schlaglöchern und Huppeln) in vollster Breite entfalten konnte.

Trotz bzw. gerade wegen des Spasses wurde uns nach Abgabe der Rodel umso bewusster, dass wir bis auf die Unterwäsche gefroren waren. Nach einer komplett-Umziehaktion im 9-sitzigen ungeheizten Bus beschlossen wir, uns bei einer heißen Schokolade zum Aufwärmen ein Abendessen zu gönnen.

Wohlbehalten trafen wir alle wieder an unserem Abfahrtsort (McDonald's in Wasserburg) ein. An diesen Silvesterausflug, der von René Steinhäuser und Manuel Staebel organisiert wurde, werden alle Teilnehmer mit Sicherheit noch lange und gerne zurückdenken.

H.W., Manuel Staebel