Bericht aus einem Bienenstock

Formationsturnier in der Badriahalle am 19.04.97

Einem etwas zu groß geratenen Bienenstock glich die Badriahalle am Samstag, den 19.04., wohl am ehesten. Schon seit halb neun waren die fleißigen Arbeiterbienen (alias freiwillige Helfer) des TC Inn-Casino am Werk, um letzte Vorbereitungen für den großen Tag zu treffen sowie die ersten Teilnehmer, die sich von weit her eingefunden hatten, in Empfang zu nehmen und in ihre Gemächer (=Umkleiden) zu fuhren. Als sich dann ab 13 Uhr 30 die ersten Besucher einfanden, hatten die Wächterbienen vor der Hallentüre alle Flügel voll zu tun, um das Einschwärmen und die Stellproben, die bereits seit 9 Uhr 15 liefen, unter Kontrolle zu halten. Und es schien kein Ende zu nehmen.

Gegen 14 Uhr herrschte emsiger Betrieb, verursacht von zahlreichen Formationen und einer riesigen Anzahl Zuschauer, die sich ein Doppelturnier in der Oberliga Süd, bei dem Standard und Latein an einem Tag stattfand, nicht entgehen lassen wollten. Zurecht, denn für den Betrachter bot sich ein seltener Au- gen schmaus und außerdem die Gelegenheit, ein Formationsturnier einmal hautnah mitzuerleben, und das praktisch vor der eigenen Haus- bzw. Stocktüre. Während die Formationen für die gute Stimmung sorgten, war das reiche Kuchenbuffet für das leibliche Wohl des Publikums verantwortlich und wurde seiner Aufgabe mehr als gerecht. Als fleißiges Bienchen hatte Hartmut Mandetzky die ärztliche Betreuung übernommen und eilte von einem ohnmächtigen Tänzer zum nächsten. Sein Einsatz war ebenso preisverdächtig wie die Leistungen der Formationen, denn er hatte an diesem Tag wirklich alle Hände voll zu tun. An dieser Stelle sei ihm im Namen aller, die seinen Beistand brauchten, ganz herzlich gedankt.

Unter den Begeisterungsrufen des genauso motivierten wie motivierenden Wasserburger Publikums stellten sich um 14 Uhr also die Standardformationen vor und begannen gegen 14.20 Uhr mit ihrer Vorrunde. Die großartige Stimmung im Saal erleichterte sicher so manchem Formationstänzer das Lampenfieber und das Lächeln. Von den lautstarken Beifallsbekundungen profitierten die Wasserburger Teams am meisten. Mit dem Beistand der eigenen Fans kostete es überhaupt keine Anstrengung mehr, ein fröhliches Gesicht zu machen. Denn wenn einem die, unter der Regie von Erika Heinz organisierten Cheerleader- Wedel zuwinken, kann man gar nicht anders als lächeln.


Die gute Atmosphäre in der Badriahalle spornte die Wasserburger Teams zu Höchstleistungen an, was sich auch in der Bewertung niederschlug.

Die Publikumslieblinge des Standard A-Teams hatten mit ihrem Thema "Mary Poppins" wieder einmal nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Wertungsrichter auf ihrer Seite. Mit selbstsicherem Auftreten, viel Ausstrahlung, Pep und großer tänzerischer Leistung gelang die Symmetrie und die Umsetzung der Choreographie vor allem in der Endrunde optimal. Daß sie auch diesmal den ersten Platz erreichten, überraschte kaum jemanden. Vollauf zufrieden mit ihrer Mannschaft und vielleicht auch ein wenig stolz, konnte sich das Trainerehepaar Volkmar und Erika Heinz über diesen Turniersieg freuen, der den Aufstieg in die nächst höhere Liga, die Regionalliga, in greifbare Nähe rückte. Noch zwei Turniere gilt es erfolgreich zu bestreiten, deren Ergebnisse in der Gesamtwertung immer noch den ersten Platz ergeben müssen. Doch die Chancen stehen gut für die Pinguine und Marys des TC Inn-Casino und man kann entspannt den beiden Wettkämpfen entgegen- blicken.

Auch die sechs Paare des B- Teams konnten das zweite Turnier in ihrer noch kurzen Laufbahn als positiv verbuchen. Sie zogen die Wertungsrichter und die Zuschauer mit einem sympathischen und souveränen Auftreten auf ihre Seite und wurden für ihre guten Reihen, Diagonalen, etc. sowie die durchgehende Spannung und Bemühung die man
von Anfang an bemerkte, mit viel Beifall und einem ersten Platz im Kleinen Finale be- lohnt. Die 12 Tänzer/innen waren für so manchen verblüfften Gesichtsausdruck ver- antwortlich, der sich bei Betrachtern einstellte, die den großen Sprung nach vorne bemerkten, den dieses Team, seit seiner Vorstellung auf dem letzten Weihnachtsball, gemacht hat.

Für das A-Team Latein brachte das Wasserburger Turnier eine große Erleichterung. Mit seinem vierten Platz konnte es die umstrittene Plazierung auf Platz sieben, die das Landshuter Turnier mit sich gebracht hatte, wieder wettmachen. Auch das Tanzen vor heimischem Publikum tat sichtlich gut. Zu "Elvis Presley" Klängen sprang die Begeisterung der mit vollem Einsatz tanzenden acht Lateinpaare sichtlich auf das Publikum über. Sie kämpften mit vollem Einsatz gegenüber den starken Gegnern und konnten sich am Ende zufrieden mit ihrer Leistung zeigen.

Diejenigen, die zum Lateinturnier geblieben waren, konnten hier auch noch die Darbietungen der anderen leistungsstarken Formationen bewundern, wie z.B. Fürth mit dem Thema "Sahara-Dream" oder die "Westside Story" der Lateinformation der TSA Blau-Silber ASV Neumarkt. Mit ihrer mitreißenden Darbietung ertanzten diese sich den Turniersieg und werden damit wohl in die Regionalliga aufsteigen.

Alles in allem also eine durchweg positive aber auch arbeitsreiche Bilanz für diesen Tag, die ohne die vielen fleißigen Bienchen im Hintergrund und das ebenso zahlreiche wie stimmungsvolle Publikum im Vordergrund sicher weniger gut ausgefallen wäre. Ein dickes Lob im Namen des Sportbereichs an alle Verantwortlichen und Helfer, die mit ihrem Einsatz die reibungslose Organisation dieses Turniers möglich gemacht haben von...

...Judith Matzke (Abteilungsvorstand Öffentlichkeitsarbeit Zentraler Sportbereich)