Blauen Band der Spree in Berlin

"Keine Ostereier, sondern Punkte werden gesammelt!"

So lautete dieses Jahr schon zum dritten Mal (oder öfter) das Motto an Ostern, als Daniel und ich uns auf den Weg nach Berlin zum "Blauen Band der Spree" machten. Vier Tage lang Tanzen nonstop und das bei strahlendem Sonnenschein.

Angefangen hatte alles sehr früh, Karfreitag 3:00 Uhr morgens. Fast pünktlich (!) und noch halb träumend schleppten wir unsere tausend Taschen, Kleidersäcke, Schminksachen etc. ins Auto. Ein langer Weg lag vor uns. Dank unseres flotten Autos und der hilfsbereiten, sympathischen Stimme des Navigationssystems "wenn möglich bitte wenden" (auf der Autobahn!?!) hatten wir knapp eine halbe Stunde vor Turnierbeginn das Ziel (Sport und Freizeitzentrum Siemensstadt) erreicht. Eine halbe Stunde! Mir konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht ansehen, dass ich vorhatte, hier gleich über's Parkett zu schweben. Ungeschminkt, die Haare noch nicht gemacht. Also los! Unser Glück, dass 120 Paare an den Start gingen und es jeweils 10 Runden zu tanzen gab. Wir waren in der 10. Also blieb doch noch genügend Zeit. Unser erstes Turnier für dieses Wochenende konnte beginnen. A-Standard. Nach der ersten Runde waren wir noch nicht so ganz mit allem zufrieden. Da 13 Paare gleichzeitig auf der Fläche waren, kann man sich ja vorstellen, welch Gemetzel das gab. Aber dazu später. Trotz alldem kamen wir in die 1. Zwischenrunde, die wir dann mit einem 42. Platz zufrieden beendet haben.

Froh, alles für den ersten Tag geschafft zu haben, freuten wir uns auf unser Hotel. Doch da ging der Spaß erst an. Das Hotel, das wir gebucht hatten gab es gar nicht mehr. Stattdessen befand sich dort jetzt ein Restaurant für indische Spezialitäten. Als wir dann nachgefragt hatten, stellte sich heraus, dass wir schon richtig waren, unser Zimmer aber erst ab Samstag gebucht sein sollte. Also machten wir uns am Osterwochenende auf die Suche nach einer Übernachtung, die wir dann zum Glück gleich fanden. (Auf die ganze Aufregung gingen wir dann erstmal Essen (das erste mal an diesem Tag). Mit Spannung warteten wir auf den nächsten Tag, um 9.00 Uhr sollte das 2. Turnier beginnen. Eine Stunde vorher dort sein, frühstücken, schminken, das hieß früh aufstehen, was bekanntlich uns bei den ja überhaupt keine Probleme bereitet. Schon etw. routinierter gingen wir an den Start und konnten uns im wahrsten Sinne des Wortes gut durchschlagen. So beendeten wir mit einem hervorragenden 38. Platz unser Standardturnier.

Ein sonniger Nachmittag in Berlin stand uns bevor, aus dem aber leider nichts wurde, weil der "liebe Tanzpartner" völlig erschöpft eingepennt ist. Um wenigstens den Abend zu nutzen konnten wir dann nach langen, nervigen Weckversuchen meinerseits (Jetzt steh' endlich auf!) unseren schon fast traditionellen Kinobesuch abstatten. Leider hatte der Film Überlänge und so kamen wir erst sehr spät inss Bett. Ostersonntag! Latein stand auf dem Programm. Wieder früh aufstehen, wieder 130 Paare, 13 Paare auf der Fläche. Da kam, was kommen musste. Im Paso Doble hörte man es auf einmal Kreischen, die Musik wurde abgedreht und am Boden lag eine Dame mit blutiger Nase, der angeblich von einer anderen Dame mit dem Absatz ins Gesicht "Appellt" wurde. Die "Sanis" kamen zum Einsatz, die Fläche wurde gereinigt und weiter ging's. Jeder sah sich schon am Boden liegen und wer ohne blaue Flecke in Berlin abgereist ist hatte wirklich Glück. Das Ergebnis in Latein hat uns dann nicht so wahnsinnig gefreut, aber 20 Punkte bekamen wir doch. Nach einem kurzen Hotelwechsel packte auch mich die Müdigkeit und wir haben beide den Ostersonntag verpennt. Vierter und letzter Tag, noch mal Latein, noch mal 130 Paare, aber diesmal waren wir ausgeschlafen. Wir kamen in die 1. Zwischenrunde und erreichten einen 48. Platz. Endlich geschafft. Punkte haben wir gesammelt, soviel wir kriegen konnten. Und lustig war's auch!

Marina Schröter

P.S.: Eine Woche später beendeten wir unser Turnier auf den Bavarian Dance Days in Standard mit einem 6. Platz in der Endrunde.